WURST UND SOßE: EIGENE REZEPTE
Manche schwören drauf wie andere auf Bayer 04: Der Wurstteufel macht die beste Currywurst der Stadt. An einem sonnigen Tag auf dem Parkplatz eines Baumarkts an der Robert-Blum-Straße gehe ich diesem Schwur nach. Spoiler: In dieser Hölle ist nicht nur der Grill heiß – die Spezialitäten hier sind auch verdammt gut gewürzt.
Der Duft von Gegrilltem liegt in der Luft. Schräg gegenüber vom Eingang des Baumarkts lockt ein Schild mit klarer Ansage: „Höllisch lecker.“ Das klingt stark und steigert die Lust auf Currywurst Pommes ganz erheblich. Der Griller begrüßt mich herzlich, aufmerksam. Ich bin dran: „’Ne Curry?“ – Ja, bitte. „Pommes dabei?“ – Auf jeden Fall. Mayonnaise lehne ich ab. Pommes müssen bei mir pur bestehen, ohne Schmand-Störfeuer. Und schon ist es soweit. Die Schale wechselt die Seite des Tresens, der Rest ist dann Geschmackssache. Der erste Stich mit dem Holzspieß – und nach dem ersten Bissen ist klar: Diese Sauce meint es ernst. Sie drängt sich nach vorne, fruchtig, würzig, rund. Keine pappige Süße, kein überladener Chili-Schock. Einfach ausgewogen. Einfach gut.
Die Sauce ist doch selbstgemacht. „Ja klar. Die Wurstteufel-Sauce ist legendär.“ Und die Wurst? „Die lassen wir nach eigenem Rezept produzieren.“ Sie schmeckt fein nach Majoran, saftig, mit ordentlichem Biss. Auch die Pommes überzeugen: goldgelb, knusprig, handwerklich sauber. Zwischen zwei Bissen erfahre ich dann: Den Wurstteufel gibt es nicht nur hier. Fast achtzigmal in Deutschland steht der Teufel am Grill. Erfunden wurde das Ganze allerdings in Leverkusen – die Zentrale liegt nur zwei Gehminuten entfernt. Fast Food mit rheinischer Herkunft.
Zur finalen Geschmacksprobe gibt’s die Bratwurst pur im Brötchen. Ohne Sauce, ohne Ablenkung. Und siehe da: Auch solo überzeugt sie. Schlank, knackig, fein abgeschmeckt. Dazu ein frisches Bäckerbrötchen – unspektakulär gut, und genau das ist das Kompliment.
Entscheidet selbst. Mir hat’s höllisch gut geschmeckt.
Hendrik Neubauer
Comments are closed.