KUCHENPAUSE AM WALDRAND.
Wer in Leverkusen-Schlebusch in der Natur spazieren möchte, landet früher oder später beim Café Curtius. Das traditionsreiche Café liegt nur wenige Schritte vom großen Dünnwalder Wald entfernt – ein weitläufiges Naherholungsgebiet zwischen Schlebusch und Köln-Dünnwald. Spaziergänger, Radfahrer und Nachbarn kehren im Café Curtius seit Jahrzehnten auf Kaffee und Kuchen ein.
Ich bin zum Frühstück hier. Vor mir steht ein solides Käsefrühstück, dazu Rührei mit Speck und ein Pott Kaffee. Am Nebentisch unterhalten sich zwei Gäste mit der Be-dienung über anstehende Familienfeste. „Ich war doch mittlerweile tausendmal hier“, sagt eine Dame lachend. „Ich möchte endlich auch mal meine Familie hierher einla-den.“ Die Kellnerin holt schon mal das Reservierungsbuch. Ein Herr drei Tische weiter bestellt sich morgens um halb zehn ein Stück Kuchen: „Sie wissen doch, ich liebe die Herrentorten von Herrn Curtius – meine Frau bevorzugt ja die Erdbeertorte, aber wir ja noch keine Saison.“ Stammgäste eben.
Ein kurzer Blick in die Tortenvitrine erklärt sofort, warum solche Gespräche hier ganz selbstverständlich sind. Hinter der Glasfront stehen keine zierlichen Dessertstücke, sondern ordentliche Brummer. Mehrstöckige Sahnetorten, fruchtige Klassiker und dicke Streuselkuchen warten darauf, aufgeschnitten zu werden. Die Stücke wirken so großzügig, als hätte sie meine Oma für ihre Enkel geschnitten. Wer einfach nur naschen möchte, für den hat Hans Curtius die hausgemachten Pralinen im Angebot.
Die Torten sehen alle verführerisch und handwerklich gut gemacht aus. Genau deshalb hat das Café Curtius über die Jahre seinen Ruf aufgebaut: als Nachbarschaftscafé mit famoser Konditorei und als Ziel für die Kuchenpause nach dem Spaziergang im Wald.
Wer aus dem Dünnwalder Wald zurückkommt, findet hier einen Ort, an dem man schnell mit anderen ins Gespräch kommt. Viele Gäste kennen sich, viele kommen seit Jahren. Man feiert Geburtstage, bestellt bergische Kaffeetafeln, ja, die gibt es hier auch, oder kommt einfach sonntags auf ein Stück Torte vorbei.
Oder, wie man in der Waldsiedlung sagt: „Wir sehen uns bei Curtius.“ Zur Kuchenpause am Waldrand.
Hendrik Neubauer

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