AUS LIEBE ZUM HANDWERK. AUS LIEBE ZUR STADT.
Die ach so lange Lützenkirchener Straße im Leverkusener Norden ist fest in Willeke-Hand. Hier befindet sich nicht nur das Hauptgeschäft, sondern auch eine Filiale. Hinzu kommen drei weitere Ladengeschäfte, eines davon in Bergisch-Neukirchen. Wer in Leverkusen Brot kauft, kommt an Willeke kaum vorbei – und das aus gutem Grund.
Stefan und Jasmin Willeke führen das Familien- und Traditionsunternehmen mit Herzblut, Erfahrung und einem klaren Bekenntnis zum Handwerk. Mittlerweile arbeitet auch Tochter Isabelle mit. Sie hat 2024 ihre Konditoreimeisterprüfung abgelegt. Bäckerei und Konditorei – beides wird hier gleich ernst genommen. Die Passion der Willekes gilt gutem Brot, Brötchen, Teegebäck, Torten, Kuchen, Teilchen und Pralinen. Gearbeitet wird mit traditionellen Herstellungsverfahren, altbewährten Rezepturen und viel Liebe zu regionalen Produkten.
Dass dieses Konzept aufgeht, schmeckt man. Und es wird auch offiziell gewürdigt: Die Bäckerei und Konditorei Willeke aus Leverkusen hat in Düsseldorf den Ehrenpreis des Deutschen Bäckerhandwerks erhalten. Der Ehrenpreis bedeutet übersetzt: konstant herausragende Backqualität – deutschlandweit. Kein Marketing, kein Zufall, sondern echtes Handwerk. Und ja, völlig zu Recht.
Ich habe mich selbst überzeugt und das Sauerteigbrot „W“ probiert. Eine gute, kräftige Kruste, eine schöne, saftige Krume. Man schmeckt die lange Teigreife, die Zeit, die diesem Brot gegeben wird. Das Ergebnis ist nicht nur aromatisch, sondern auch sehr bekömmlich. Genau so soll Sauerteigbrot sein. Mein persönlicher Serviervorschlag – ganz ohne Chichi: Kauft Euch ein gutes Sauerteigbrot, eine ordentliche Landbutter. Schneidet eine dicke Scheibe ab, streicht die Butter großzügig darauf. Eine Prise Fleur de Sel – fertig. Mehr braucht es nicht. Das ist die reinste Wohltat für die Geschmacksnerven. Und ganz nebenbei: schneller und ehrlicher kann Genuss kaum sein.
Dass Willeke nicht nur Brot, sondern auch Identität kann, zeigt ein weiteres Projekt, das tief in der Region verwurzelt ist. Gemeinsam mit Radio Leverkusen wurden die Leverküsschen entwickelt – eine Praline, die die Stadt im Namen trägt. Aus einer Auswahl an Zutaten und der Kreativität des Radio-Publikums entstand am Ende kein wildes Sammelsurium, sondern ein klares geschmackliches Bekenntnis zu Leverkusen. „Der Obstwanderweg und die Apfelplantage am Schloss Morsbroich zeichnen unsere Stadt aus. Und sowohl die Variante mit als auch ohne Alkohol bauen auf der Geschmacksnote Apfel auf“, erklärt Stefan Willeke.
Ich durfte das Leverküsschen nicht nur probieren – Isabelle Willeke nahm mich mit in die Produktion und zeigte mir, wie die Pralinen entstehen. Schritt für Schritt, mit ruhiger Hand und viel Erfahrung. Wer diesen Weg einmal mitgeht, versteht schnell, warum das Endergebnis am Gaumen noch einmal anders schmeckt. Es sind nicht nur feine Zutaten, die verarbeitet werden, sondern vor allem Zeit, Sorgfalt und echtes Konditorinnenhandwerk. Die Pralinen sind das Ergebnis eines Prozesses, der selbst schon ein kleines Kunstwerk ist.
Genusshandwerk. Das ist bei Willeke kein Marketingslogan, sondern Haltung. Es steckt im Brot ebenso wie in der Praline, im Brötchen genauso wie in der Torte. Wer hier einkauft, bekommt nicht nur Qualität, sondern ein Stück gelebtes Handwerk – Tag für Tag, Filiale für Filiale.
Kurz gesagt: Willeke kann süß. Willeke kann fein. Aber vor allem kann Willeke auch Brot.
Hendrik Neubauer
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